Rezension

Rezension · 10. Januar 2020
Betrachtet man die eigene Persönlichkeitsentwicklung, stellt sich unvermeidlich und immerwährend die Frage: "Wer bzw. was bin ich?" Gehen wir nicht auf die semantische Klärung der beiden Fragewörter ein, sondern halten wir ein mögliches Antwortspektrum vor Augen: Große Schwester. Sudetendeutsche. Asexuell. Bürgerlich. Sachbearbeiterin. Weiß. Alleinerziehend. Vegetarierin. Mitte 40. Buddhistin. (Mensch?) Unschwer zu erkennen und rational verständlich, dass wir die Eingangsfrage in...
Rezension · 19. Dezember 2019
In der vorliegenden Fallstudie widmet sich der Autor der Computerspielsucht und versucht, die psychologischen Prozesse, welche beim Spielen auftreten, sukzessiv zu erklären. Die Fallstudie nutzt als zentrales Studienobjekt das "Fledermaus-Spiel". Dabei wird das Spielgehäuse, die "Konsole" (denn tatsächlich handelt es sich beim Studienobjekt nicht um ein Computerspiel im klassischen Sinne, kann aber stellvertretend dafür stehen) und das Spiel mit seinen detailliert ablaufenden Prozessen...

Rezension · 30. Januar 2018
"Wir waren so herrlich unproduktiv" lautet einer der Schlagsätze, mit denen der Ver Verlag Nausikaa Lenz' Debütroman "Baro" bewirbt. Ein Satz, der den Charme des heutzutage verbotenen Müßigganges erweckt und welcher in seiner Hörerschaft die Sehnsucht nach einer anderen Zeit weckt – es sei denn, die Zeit selbst wäre im Übermaß vorhanden. Dies gilt für eine Personengruppe im Roman, welche sich die "Unsterblichen" nennen. Die Autorin lässt uns dem Protagonisten Baro über die...
Rezension · 07. Januar 2018
In Jochen Gartz‘ Buch „Vom griechischen Feuer zum Dynamit. Eine Kulturgeschichte der Explosivstoffe“ zeichnet der Autor sachgerecht und detailgetreu den Werdegang der militärischen und zivilen Sprengkörper nach. Seine Ausführungen beginnen in der Antike und reichen bis zur heutigen Zeit. Reich an Bildern, Zitaten und Auszügen aus historischen Dokumenten untermauert Gartz die unterschiedlichen Entwicklungen der Technologie, durch welche mehrmals die Weltgeschichte nachhaltig...

Rezension · 07. Januar 2018
In keinem anderen Sachbuch wird die Entwicklung und der Einsatz chemischer Kampfstoffe so umfassend dargestellt wie in Jochen Gartz‘ Untersuchung. Der Autor beweist mit der Wahl der zahlreichen Abbildungen und gewählten Zitate Sachverstand, Weitblick und Einfühlungsvermögen in die komplexe Themenwelt, die er historisch vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Neuzeit vorstellt. Dabei führt er den Leser kurz in die Ausgangszustände der unterschiedlichen Stoffklassen ein und führt ihn...
Rezension · 12. Februar 2017
[…] „Das Mehl war warm, leicht erhitzt, wie ein lebendiger Körper, sowohl angenehm als auch archaisch der Duft.“ […] <<Noah ist Müller geworden!>> Lucian Blaga (1895 - 1961), rumänischer Dichter, Schriftsteller, Diplomat und Philosoph, schildert in seinem erst 1990 bei Humanitas Bukarest erschienenen Roman liebevoll und detailreich Episoden aus dem Leben seiner Mitmenschen. Der Titel der deutschen Übersetzung „Die Fähre des Popen Charon“ ist dabei klug gewählt: Er...

Rezension · 24. Januar 2013
Im ersten Teil ihres "Stronbart Har" - Zyklus gestalten Wilko Müller jr. und Philipp D. Laner eine unkontrollierte Stöberjagd quer durch Raum und Zeit. Dabei führen die Protagonisten den Leser durch eine High-Fantasy-Geschichte, die Bestandteil eines komplexen Kosmos ist und daher eine eigene Erzähldynamik entwickelt. Die Autoren schufen die Erzählung Anfang der 90-er Jahre. Wilko Müller jr. präsentiert nun mit "Flucht aus Combar" eine überarbeitete und um einen Vorläufer erweiterte...
Rezension · 19. Oktober 2012
Die Schulmedizin steckt noch in den Kinderschuhen. Ein Satz, der im Laufe der Jahrhunderte häufiger gebraucht wurde und gebraucht werden musste. Einen Grund dafür zeichnet Frau Kaiser in ihrem ersten Roman auf: Der Mensch hat als sich als Ganzes beschnitten, hat sich in gesellschaftlichen, kulturellen und spirituellen Aspekten vom Yin gelöst. Die “Paradiesgeschichten am Ende der Nacht” geben dem Leser Einblicke in ein alternatives Leben, eine Rückkehr zu den Wurzeln. Dabei werden Motive...

Rezension · 26. April 2012
Der Thriller "Morpheus" von Jilliane Hoffman ist das Fortsetzungswerk ihres Justiz-Thrillers "Cupido", den sie 2004 veröffentlicht hat. Auch in diesem Buch erlangt der Leser Einblicke in den judikativen Apparat der USA - und leider sind es diese, welche die Geschichte zusammenhalten. Wer "Cupido" gelesen hat, wird mit der Zukunft J.C. Townsend konfrontiert: Der Serienmörder Bantling, den die Staatsanwältin hinter Schloss und Riegel gebracht hat, scheint selbst aus dem Todestrakt nach ihr zu...
Rezension · 25. Februar 2012
Ein Virus, dass analoge wie digitale Welt befällt und sie in einem Chaos an Gefühlen, Matrizen aber auch Möglichkeiten zurücklassen. Hari Kunzru verschafft dem Leser mit "grayday" einen lehrreichen, unterhaltsamen Einblick in mehrere Gesellschaftsschichten. Der junge Software-Experte Arjun Mehta versucht verzweifelt, an seinem Lebenstraum in den USA festzuhalten, doch ihm droht in Folge seiner Kündigung die Rückkehr nach Indien. Als er ein Virus ins Netz speist, welches er in der Rolle...

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